Internationale Zusammenarbeit

Das IMAGEN Projekt erweitert seinen Focus auch auf andere Forschungsinstitute in Europa und dem Rest der Welt! IMAGEN gilt international bereits als führendes Projekt im Bereich der Genetik und der Anwendung von bildgebenden Verfahren zur Verbesserung des Verständnisses des Zusammenspiels aus Biologie und Umwelt und deren Einfluss auf das Verhalten und die psychische Gesundheit bei Adoleszenten. Die IMAGEN zugrunde liegende Methodik wird inzwischen in vielen internationalen Studien angewandt:

C-VEDA

IMAGEN ist Teil eines neuen, aus Indien stammenden Projekts namens C-VEDA (The Consortium on Vulnerability to Externalizing Disorders and Addictions), welches umweltbedingte und genetische Risikofaktoren in industrialisierten Ländern untersucht, die Hirnfunktion und Verhalten beeinflussen und das Risiko für Substanzmissbrauch und andere Störungen erhöhen. Hierfür werden nahezu 10.000 Familien aus vier verschiedenen indischen Zentren untersucht. Ebenfalls involviert sind die großen Adoleszenten-Forschungsprojekte ALSPAC (UK) und SCAMP (UK). Zusammen mit den bereits verfügbaren Daten von IMAGEN, wird dadurch ein noch größerer Einblick auf die Auswirkungen von Umwelt und Genetik auf die Entwicklung möglich sein. Vor allem auch hinsichtlich Personen, die früher Deprivation durch Armut und anderen sozialen Faktoren ausgesetzt sind.

ENIGMA
IMAGEN arbeitet ebenfalls mit der ENIGMA-Gruppe aus den USA zusammen. ENIGMA hat zum Ziel, weltweit Bildgebungsdaten zu sammeln, die die Hirnaktivität von gesunden Personen und Menschen mit psychischen Störungen vergleichbar machen. Hierzu leistet IMAGEN einen wichtigen Beitrag. Da genetische Einflüsse auf unser Verhalten und unsere Hirnaktivität oftmals nur schwer zu finden sind, sind häufig große Datenmengen nötig, um solche Effekte feststellen zu können. Die Zusammenarbeit von IMAGEN und ENIGMA ermöglicht es uns, genetische Informationen sowie Daten aus der Bildgebung von Adoleszenten und jungen Erwachsenen zu kombinieren, um Wissenschaftlern eine Chance zu geben, relevante biologische Indikatoren psychischer Störungen aufzuspüren. Diese Zusammenarbeit ist wichtig, um Unterschiede in der Hirnstruktur und der Hirnaktivität betrachten zu können. Im speziellen die Unterschiede zwischen gesunden IMAGEN Probanden und Personen, die unter psychischen Störungen wie Schizophrenie, Depression, ADHS und Suchterkrankungen leiden.

ABCD

Das Adolescent Brain Cognitive Development (ABCD)-Projekt ist eine große amerikanische Untersuchung, die vom Ansatz her vergleichbar mit IMAGEN ist: Es werden kurz- und langfristige Auswirkungen von Substanzgebrauch auf die Gehirnentwicklung untersucht, allerdings in größerem Ausmaß. Dafür sollen 10.000 Heranwachsende untersucht werden, bevor diese beginnen Alkohol, Marihuana, Tabak und andere Drogen zu konsumieren. Von diesem Zeitpunkt ab, sollen sie über 10 Jahre lang bis ins frühe Erwachsenenalter begleitet werden. Die ABCD-Forschungsgruppe wird bildgebende Verfahren sowie psychologische und verhaltensbezogene Tests dazu nutzen, um die Struktur und die Aktivität des Gehirns zu untersuchen. Über den gesamten Zeitraum sollen Substanzgebrauch, akademischer Erfolg, IQ, kognitive Fähigkeiten und psychische Gesundheit erfasst werden.

Das IMAGEN Projekt ist somit eine globale Initiative geworden. Und du bist Teil der spannenden Veränderung davon, wie wir uns selbst und unser Verhalten verstehen. Was kommt also als nächstes?